Kino
Filmdienst.de bietet Filmkritiken zu allen Neustarts im Kino, Festivalberichte, Rezensionen zu DVD-Neuerscheinungen und Büchern, Interviews und tägliche TV-Tipps.
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Oh la la 2 - Neue Tests, neues Chaos
Fortsetzung einer Boulevardkomödie um die geplante Hochzeit der Tochter eines französischen Weinguts und des Sohns eines Autohändlers, bei der weitere Erbguttests und ein bisher unbekannter Cousin aus der Türkei für neue Turbulenzen sorgen. Der schablonenhafte Film recycelt viele Motive des Vorgängers, unterbietet aber trotz einiger gelungener Gags über chauvinistische Denkstrukturen dessen albernes Niveau. Die Inszenierung ist weitgehend vorhersehbar und vermeidet eine substanzielle Weiterentwicklung des Konzepts. -
Der Heimatlose
Nach 14 Jahren Abwesenheit kehrt ein Lehrer vom Festland auf seine heimatliche Nordseeinsel zurück. Doch niemand heißt ihn willkommen, vielmehr begegnen ihm die Bewohner feindselig, und selbst Jugendfreunde geben an, ihn nicht zu kennen. Als ein Gericht zur Feststellung seiner Identität einberufen wird, offenbart sich, dass die Erinnerungen des Mannes grundlegend anders sind als die der Zeugen. Ein entrückter Film zwischen absurder Komödie und Parabel mit kafkaesken Anstrichen, die durch die offene zeitliche Verortung und den namenlosen Schauplatz universelle Züge bekommen. Die Inszenierung nutzt Verfremdungseffekte wie lediglich angedeutete Kulissen, um von Entfremdung und Identitätssuche zu erzählen. -
Staatsschutz
Eine junge koreanisch-stämmige Staatsanwältin wird Opfer eines rassistischen Anschlags und forscht selbst nach den Angreifern. Dabei stößt sie auf beunruhigend enge Verbindungen zwischen rechter Szene und staatlichen Institutionen. Der Thriller entwickelt aus dem persönlichen Angriff eine Reflexion über Verantwortung, Loyalität und den Zustand demokratischer Strukturen. Der Film verbindet Spannung mit politischem Anspruch, strapaziert jedoch mit seiner hyperaktiven Heldin zuweilen die Glaubwürdigkeit. Als unbequemer Kommentar zum Verhältnis von Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit gibt er dennoch wichtige Denkanstöße. -
Strange River
Eine katalanische Familie radelt in den Sommerferien an der Donau entlang. Während die Mutter sich an ihre eigene Reise als Jugendliche erinnert und der Vater die Architektur am Flussufer bestaunt, begegnet der 16-jährige Sohn immer wieder einem geheimnisvollen Jungen, der ihn wie eine mythische Sagengestalt in eine romantische Gegenwelt entführt. Ein poetisch fotografiertes, kraftvoll gespieltes queeres Jugenddrama, dessen sommerträumerisch entrückte Atmosphäre sich allerdings ins sinnbildlich Ungefähre zu verflüchtigen droht. -
Terminator 2 - Tag der Abrechnung
Der Terminator, ein Maschinenwesen der Zukunft, eilt einem zehnjährigen Jungen zu Hilfe, der von einem weiterentwickelten Terminator-Modell umgebracht werden soll, weil das Kind dereinst zum Anführer des Widerstandes der Menschen gegen die Maschinen werden wird. Eine mit höchstem tricktechnischem Aufwand inszenierte Gewalt- und Überlebensgeschichte, die ihre brutalen Aktionen mit dem überraschenden Postulat einer menschenwürdigeren Welt durchsetzt. Eine interessante Variante der martialischen Tötungs- und Vernichtungsfilme, deren möglicherweise beabsichtigte kathartische Wirkung jedoch zweifelhaft ist. Der Regisseur James Cameron überarbeitete den Film 2017 und erstellte eine eindrucksvolle stereoskopische 3D-Version.

