Kino

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Aktuelle Kinokritiken | Filmdienst
  • Ein Oger, ein grüner einzelgängerischer Waldbewohner, wird in seinem Heim von einer Horde klassischer Märchenfiguren heimgesucht, die vor einem Schlossherrn fliehen, der sie einfangen will. Der Fürst verspricht, die Ruhe des Ogers wiederherzustellen, wenn dieser für ihn eine Prinzessin aus der Gewalt eines Drachen befreit. Computeranimierte Verfilmung eines amerikanischen Kinderbuches, die viele bekannte Märchen versammelt und dabei vor allem jene Art von Niedlichkeit aufs Korn nimmt, die in Disney-Filmen dominiert. Dabei entsteht viel ironischer Humor, der mit einer spannenden Erzählung einher geht. Technisch hervorragend, in ansprechende Bilder gefasst.
  • Neue Musikdokumentation über die legendäre Band Oasis vom Aufstieg in den 1990er Jahren, über die Trennung im Jahr 2009, bis zur Wiedervereinigung im JahrDie britische Band Oasis um Noel und Liam Gallagher war ab den 1990er-Jahren weltweit erfolgreich, doch 2009 besiegelte der immer wieder aufflammende Streit zwischen den Brüdern das Aus der Britpop-Gruppe. 2024 kam es jedoch zu einer kaum für möglich gehaltenen Wiedervereinigung und zu einer Reunion-Tour. Der mitreißende Dokumentarfilm verbindet Konzertaufnahmen und intime Momente mit den Brüdern sowie ihren Fans und vermittelt die verbindende Kraft der Musik. Dabei wahrt er wenig Distanz zu den Protagonisten, macht daraus aber keinen Hehl. Die Begleitung der Reunion-Tour wird so zu einer berührenden Geschichte über Familie, Versöhnung und einen überraschenden Neuanfang.
  • Nach einem Burnout kehrt ein kanadischer Werbetexter seinem Leben in Montréal den Rücken, um in der Provence als Hirte zu arbeiten. Doch bevor er die Weihen des Schäfer-Daseins erfahren darf, wird er mit den unschönen Seiten der Hirtenwelt konfrontiert. Als er aber auf eine andere Aussteigerin trifft und mit ihr den Auftrag erhält, eine Schafherde einen Sommer lang hoch in die Alpen zu treiben, erfüllt sich sein Traum doch noch. Das Drama nach einer Schäfer-Autobiografie scheut sich nicht vor einem feierlichen Tonfall und will bei allen realistisch-illusionslosen Bildern vom Schäfer-Leben letztlich doch auf eine Pastorale hinaus. Trotz dokumentarischer Momente bleibt die Natur letztlich Kulisse für die Selbstfindungsgeschichte.
  • Der Dokumentarfilm begleitet den Holocaust-Überlebenden Albrecht Weinberg (1925-2026) in seinen letzten Lebensjahren in Ostfriesland und bei seiner auch mit rund 100 Jahren noch durchgeführten Arbeit als Zeitzeuge. Von der Gegenwart ausgehend, verbindet der Film Weinbergs Erinnerungen mit historischen Fotos und Schauplätzen, die durch seine Erzählungen ihre Idylle verlieren. So entsteht ein berührendes Porträt eines Mannes, den das erlittene Grauen nie losließ, der im hohen Alter aber als Zeitzeuge und durch seine Gefährtin Gerda Dänekas noch einmal Halt und so etwas wie Frieden in seiner Geburtsregion fand.
  • Ein junger Marokkaner, der auf der Flucht die Spuren seiner Identität verwischt hat und ohne gültige Papiere in Montreal lebt, will die Abschiebung seines iranischen Liebhabers verhindern, dem in seiner Heimat der Tod droht. Dazu sucht er die Nähe eines Referenten der Immigrationsministerin. Als er sich in den Beamten verliebt, gerät er einen Zwiespalt. Ein Genre-Mix aus Fluchtdrama, queerer Liebesgeschichte und Thriller, der durch zahlreiche Rückblenden allzu sehr zerfasert und durch ständige Zeitsprünge kaum Raum für Zwischentöne lässt. Auch greifen die unterschiedlichen Genre-Elemente nicht stimmig ineinander.